Genickstarre

Drama ist das Salz in der Suppe des Lebens…

November 14, 2007 · Kommentar schreiben

Was ich hier so wundervoll in meinen eigenen, absolut unkitschigen und echt tiefsinnigen Worten ausdrücke, ist wohl einer dieser Archetypen, man braucht es nicht zu sagen. Ja, wir alle lieben das Drama. Wer schläft mit wem und wessen Revolver war das eigentlich mit dem der wem erschossen wurde, der die Frau vom wessen gevögelt hat?*

Wir wollen, dass es richtig zur Sache geht. Wir wollen Lieben und Leiden. Bei den anderen aber lieber mehr Leiden. Das ist unterhaltsamer. Kaum ein großer Mann der Weltgeschichte, der nicht an Frauengeschichten zu Grunde gegangen ist. Selbst der komischste Kauz mit Schnauzer und seltsamen Weltanschauungen (ja dich meine ich, Nietzsche…) hatte irgendwann in seinem Leben so eine richtig dramatische Liebesstory.
„Die großen Geister mussten aber auch immer alles ins Extreme rücken“, denkt sich der kritische Leser. Das mag wohl sein. Aber lesen Sie mal das Tagebuch eines Siebzehnjährigen Akneopfers mit Zahnspange… Glauben Sie ja nicht, dass kein Liebsschmerz nicht auch weh tun kann…

Kommen wir mal zum industrialisierten Drama. Nehmen wir mal anspruchsvolle Fernsehunterhaltung: „Sturm der Liebe“ zum Beispiel. Jaaa, so manch einer wird denken „das schauen doch nur blondierte Hausfrauen aus dem Medienprekariat“ (dieser Begriff erhöht Sie übrigens überhaupt nicht Herr …&Pocher; das ist Ihre neue Zielgruppe).
Tja, ist auch so. Dennoch möchte ich einen kurzen Blick drauf werfen. Diese Formate funktionieren nach einem Prinzip: Höhere Mächte trennen, was zusammen gehört.
Man weiß schon von der ersten Folge an: Die beiden passen ja perfekt zueinander! Wäre da nicht der Umstand, dass sie die Schwester vom Angebeten ist (natürlich war das nur eine Lüge, die wieder ein anderer nach langen Gewissensbissen zugibt). Wäre bei der anderen nicht die böse Stiefmutter…und überhaupt: Man sitzt im Rollstuhl (ein Problem, dass sich durch gezieltes Training sofort lösen lässt-das Heidi-Pendant mit gaaanz viel Liebe). Ach, er hat ein Spielproblem und kommt nicht mit den Millionen seiner Frau klar (man verarmt einfach nach einer hochspannenden Geiselnahme-3er-Folge)?

Alle diese Probleme lassen sich lösen, aber erst nach langen Stunden der Ungewissheit. Wie viel schlecht komponierte Dudelmusik ist da schon auf unser Trommelfell geprallt, bis endlich, endlich der heiß ersehnte Moment des Glücks eintritt? Ja, das Drama gibt unserem Leben einen Sinn, denn die Liebe und der Kampf dafür, ist wohl der Zweck unseres Daseins. Zumindest wenn man der Bavaria Film GmbH Glauben schenken darf.

Ich möchte aber vor zu viel Drama warnen: Das Leben ist nicht so kompliziert. Wahrscheinlich haben Sie ihren „Robert“, „Dr. Stefan Jansen“ oder „Frau von Weiden“ schon gefunden. Nur weil Sie dachten, dass er unmöglich Ihr Bruder sein kann und wahrscheinlich auch weder Aids hat, noch blind ist oder eigentlich Ihr Vater, der sich dann doch nicht als der Leibliche herausstellen wird, haben Sie ihn oder sie einfach übersehen.
Also: Halten Sie nicht Ausschau nach unendlichem Schmerz, sondern gehen Sie einfach mal ein Risiko ein. Wer weiß, vielleicht ist er ja doch, der vor Jahren in Südafrika verschollene, Halbbruder?

*Ich habe mich übrigens entschlossen, einen nicht jugendfreien Blog zu führen

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Platz Vier!

November 14, 2007 · Kommentar schreiben

Ich bin eitel und freue mich deshalb unbändig: Gibt man „genickstarre“ in google.at ein, steht mein Blog auf Platz vier von über 22000 Ergebnissen  (bei google.de leider nur Platz sieben, bei google.com dafür Platz 3) Wahnsinn, oder?

genickstarre.jpg

Alle anderen werde ich aber auch noch wegräumen, denn die Luft an der Spitze ist dünn…

Hargh Hargh Hargh!

(ich bin leider schlecht darin, lautmalerisch zu schreiben)

Kategorien: Die Googlebaren