Nach einmonatiger Blogpause (der geneigte Leser darf sich selbst höchst dramatische Gründe für diese Durststrecke ausdenken), kann ich es stolz verkünden: Die Starre ist weg, ich bin nur noch Genick. Und ein äußerst dehnbares noch dazu. (Aus marketingstrategischen Gründen werde ich die erfolgreiche “brand” genickstarre natürlich weiterführen).

Seit ich Barbara Beckers DVD “Pilates+Yoga, das Training für Figurstyling, Energie und Balance” mindestens schon zwei mal im Anfängermodus probiert habe, bin ich nämlich ein ganz neuer Mensch. Ich ernähre mich ausschließlich von Getreide, das ich vorher vier Tage in Essig aufgeweicht habe und schlafe auch nur noch 5 Stunden. Das auch natürlich nicht in meinem Bett, sondern daneben. Auf der Yoga-Matte.
Ich muss es gestehen: Vorher habe ich Yoga ja immer ein wenig belächelt. “Ach, dieser Yuppie-Pseudo-Sport. Das kennt man ja aus Sex and the City, wenn die ihre Füße wieder zurückdehnen müssen, damit sie auch ohne Absatz gehen können…”
Mit solch haltlosen Vorurteilen wollen Szene-Gurus wie Barbara Becker und ihre Trainer Tanja Krodel und Dr. Christian Reichardt endlich aufräumen. Wenn man erst mal sein Powerhouse gefunden hat, ist man nämlich schon kurz vor der echten Erleuchtung. Barbara, Tanja und Christian zeigen, wie das geht.
Wer bei Beckers DVD auf “Film starten” drückt, wird nicht sofort zu wilden Verrenkungen genötigt. Nein. Erst bekommt der unbedarfte Yoga-Anfänger eine intensive Einführung in die verschiedenen theoretischen Ansätze zur Erklärung eines Sports, der so manchen erst mal unterbewusst an Milchprodukte erinnert und den natürlich jeder schon ausgeübt hat, “lange bevor es cool wurde”.
Barbara macht mit einer charmanten Moderation den Anfang und geht sicher, dass sie ihre Zielgruppe nicht verfehlt (vernachlässigte Hausfrauen Mitte 40, die ihren Mann im Büro nicht nur beim Bleistift spitzen erwischt haben):
“Bei Pilates Yoga trainieren wir nicht nur für einen schlanken, geschmeidigen Körper, sondern legen besonderen Wert auf innere Austrahlung, Energie und Stärke.”
“Dafür steht auch diese beeindruckende Bergwelt”, erklärt Becker ihren Kundinnen, die man mit mallorcaweißem Sandstrand sicher nicht vom Hocker reißen könnte.
Nun wendet sie sich gekonnt an ihre Pilates-Trainerin Tanja:
“Tanja, sagst du uns noch was zu Pilates? Bitte.”
Ein charmantes Grinsen von Tanja und schon spult sie in sympathischem Bayrisch ihren Text herunter. So abwechslungsreich wie ein Metronom.
“Pilates ist ein dynamisches Ganzkörpertraining, das von Josef Pilates zu Beginn des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde. Es stärkt Rumpf und Becken und trainiert gleichzeitig die Muskulatur in die Länge.”
Danke Tanja.
“Chris?” ermuntert Barbara nun (verdächtig) freundschaftlich ihren Dr. Reichardt, etwas zu Yoga zu sagen.
Dieser lässt sich nicht lange bitten, führt laaangsam die Hände wie zum Gebet zueinander und erklärt es mit diesem ruhigen Vertrauenslehrer-Tonfall. Das lässt ihn noch spiritueller wirken und man glaubt dem grauhaarigen Weisen jedes Wort.
“Yoga ist ein uraltes System, welches den Geist und den Körper in Einklang bringt…”
Wer von solchen Trainern angeleitet wird, kann ja nur ein guter Yogi werden. Also bei mir hat es funktioniert. Inzwischen kämme ich mir die Haare mit den Füßen. Vorher konnte ich mir gerade mal die Zähne freihändig putzen.
Sollte also jemand noch Schwierigkeiten haben, während dem Atmen seinen Nabel einzuziehen, sein Becken zu den Rippen hin zu bewegen, die zuerst nicht mitatmen sollen, dann aber schon; und auf jeden Fall die Schulterblätter zueinander hin und dann wieder voneinander weg zu bewegen, während sich langsam das Becken einpendelt: Nicht verzagen. Atmen lernen ist eben harte Arbeit.
Ich kann nur sagen: Bei mir hat es Wunder gewirkt. Ja, ich bin inzwischen geradezu Meisterin im Atmen und mein Powerhouse habe ich auch gefunden. Endlich.






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