Genickstarre

Zu spät, aber für MTV noch früh genug…

Februar 3, 2008 · 2 Kommentare

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Endlich hat auch die TAZ von der Existenz des berühmt berüchtigten 2girls1cup Videos und den reaction-Videos auf YouTube Wind bekommen.

Dass Herr Frank das Phänomen 2girls1cup beinahe philosophisch aufbereitet hat, kann man ihm nur zu Gute halten. Durchaus schwierig in diesem Zusammenhang.

Hat der Autor das Video selbst gesehen? Ich bin mir nicht sicher. Sein „ganz gleich, was darin gezeigt wird“ hätte mich fast hinters Licht geführt. Aber wahrscheinlich hat sich die gesamte taz.de-Redaktion das Filmchen schon angeschaut.

Ich finde es löblich von Herrn Frank, sich auch mit diesen Niederungen des Internets auseinander zu setzen.

„The Internet ist for Porn“ ist eben allgemein gültige Tatsache.
Meine Blog-Statistik beweist, dass die Begeisterung für 2girls1cup ungebrochen ist. „2girls1cup echtes video“, „2girls1cup richtig“ und ähnliche Suchbegriffe verdeutlichen aber, dass echtes Fäkal-Grausen weitaus reizvoller ist, als „Meta-Ekel“.

Insgesamt kann ich trotzdem nur sagen: Irgendwie hinterher der Artikel. Selbst mein Blog-Eintrag zum Thema war ja schon viel zu spät. Inzwischen ist 2girls1cup nun echt ein alter Hut. Oder liege ich da falsch?

Am besten am Zahn der Zeit ist man wohl, wenn man selbst einen derartigen Meta-Ekel Trend kreiert. Wie wärs mit einem neuen MTV-tauglichen Format: „I bet you’ll watch“? Dabei werden Kandidaten gezwungen, sich das bereits existierende „I bet you will“ anzusehen. Wer es nicht zu Ende anschaut, muss in einen Kübel Scheiße steigen. Das verbindet das Beste aus 2girls1cup und MTV. Die soziologische Bedeutung ist auch nicht zu verachten. Würde eine solche Sendung schließlich zu mehr Empathie für „Klärbecken-Taucher“ führen.

Ihr seht, ich sollte MTV-Programmdirektorin werden. Da bräuchte es gar keine Jamba-Werbungen mehr.

Kategorien: YouTube · umgeschaut
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Genickstarre. Was tun?

Februar 3, 2008 · Kommentar schreiben

In letzter Zeit häufen sich in meiner Blogstatistik Suchanfragen wie „genickstarre was tun“, „genickstarre übungen“, „genickstarre weg bekommen“ oder einfach nur „genickstarre“ (natürlich toppen sie nicht „Badeanzüge für Männer“, „Zyankalikapsel kaufen“ und „2girls1cup echtes video“).

Mir tut es immer in der Seele weh, wenn schmerzgeplagte Menschen sich unnötig lange auf ihren unergonomischen Stühlen vor ihren viel zu niedrigen Schreibtischen über viel zu weit entfernte Laptopbildschirme beugen müssen, um ihre Genickstarre in den Griff zu bekommen. Nur, um schließlich auf mein Blog zu gelangen und erst recht keine Antworten zu finden.

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Ich möchte helfen. Erst mal muss geklärt werden, ob man mit der Suchanfrage „genickstarre“ tatsächlich das eigentliche Symptom richtig beschreibt. Leidet man tatsächlich an der sehr ernsten, höchst ansteckenden Krankheit „Meningitis cerebrospinalis epidemica“, auch „genickstarre“ genannt, sollte man keine Zeit mehr in Naturheilkunde-Foren verplempern. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird man aber sowieso gleich bewusstlos.

Selbst der schlimmste Hypochonder, der schon aus einem Pickel unheilbaren Hautkrebs macht, wird sich überlegen, ob er nicht lieber mal nach „steifes Genick“ oder ähnlichem suchen sollte. Da stößt man sofort auf das hoffentlich hilfreiche, östereichische Medizin-Forum surfmed. Nun muss man die Symptomatik näher eingrenzen.

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Hat man Schmerzen, nach einem Autounfall mit vierfachem Überschlag an einer Autobahnböschung? Man könnte vermuten, dass es sich bei den Nackenschmerzen um ein…tja, das würden Sie jetzt gerne wissen. Dann bestellen Sie unser 12 Monats-Abo und der Weg zur Gesundung ist geebnet.

Es tut mir unendlich leid, ich kann nicht weiterhelfen. 70 Euro sind mir dann doch zu viel, für so eine Ferndiagnose. Tja, Gesundheit ist nicht gratis, und so ein unsteifes Genick ist doch was wert, oder?

Ich kann aber trotz allem Tipps zur Vermeidung eines steifen Genicks geben:

Kein Oralverkehr (genickstarre durch blasen?, Platz 1 bei google), kein Headbangen, kauft euch höhere Schreibtische, im Kino nicht in der ersten Reihe sitzen, ergonomischen Polster besorgen, Yoga

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Kategorien: Die Googlebaren
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Bar oder mit Karte?

Februar 3, 2008 · Kommentar schreiben

32634967_333d6d6ab71.jpgEs gibt eigentlich nur sehr wenige gute Gründe, nicht bei Aldi, dem wohl größten deutschen Lebensmitteldiskounter, einkaufen zu wollen.

Das bisschen Wühltisch-Stress, wenn zwanzig Hausfrauen um ein Super Deluxe Nähset mit 85 Teilen für 5,99.- prügeln, ist doch nicht der Rede wert. Sowas kommt selbst beim besten Rewe mal vor und ist nichts gegen künstlich produzierte Verknappungs-Szenarien, wie sie bei Media Markt schon gespielt wurden.

Es ist auch nicht die Gewissheit, dass jedes Stück Obst, das man zu kaufen gedenkt, schon durch hunderte Hände gegangen ist. Man selbst hebt ja auch fünf Apfel-Kisten an, um aus der untersten hoffentlich den schönsten und rötesten zu bekommen.

Es genügt nicht die Tatsache, dass so mancher Single sich beim wöchentlichen Fleischkauf an der Kühltruhe schmerzlich des Fehlens einer besseren Hälfte bewusst wird. Wenn er Putenbrust kauft nämlich – ein ganzes halbes Kilo. Zuviel für einen, aber eigentlich auch für zwei.

Na toll, denkt sich also auch das Pärchen neben dem traurigen Single. Dauernd werden wir diesem Baby-Zwang ausgesetzt. Darüber werden sie so nervös, dass sie sich augenblicklich trennen und fortan noch mehr traurige Singles überproportionierte Putenbrustpackungen kaufen müssen.

Nein, all das und noch viel mehr ist nicht der Grund, sich vor dem allwöchentlichen Studenten-Aldi-Großeinkauf zu drücken. Es ist der traditionelle Kampf an der Kasse. In allen normalen Supermärkten der Welt sucht sich der Verbraucher die Kasse mit der kürzesten Schlange und den Menschen mit den wenigsten Produkten im Wagen. Nein, nicht bei Aldi.

Hier sucht man sich die Kasse mit den meisten Leuten und den vollsten Wägen. Man braucht schließlich Zeit, seine Einkäufe aufs Band zu legen, am besten mit den schweren Sachen nach vorn. Muss Säcke nehmen und seine Karte oder Bargeld bereit halten. Denn, wenn man erst mal dran ist und weder Kinder im Schlepptau hat noch gebrechlich wirkt, geht alles viel zu schnell.

Man wird mit einem bestimmten aber professionell freundlichen Blick der Kassiererin auf seine Greifen-Wagen schmeißen-Greifen-Wagen schmeißen-Schnelligkeit geprüft und als tauglich eingestuft. Nun beginnt ein Wettkampf auf den man sich immer wieder gegen seinen Willen einlässt: Kassiererin gegen Einkäufer. Die Kassiererin gewinnt immer.

Ist man schließlich verschwitzt und am Ende seiner Kräfte, hat wieder mal die Tomaten und die Eier versehentlich mit den Gurkengläsern und der schweren Putenbrust zerquetscht, dann hört man ein entspanntes, freundliches aber ohne Zweifel siegesbewusstes: „Bar oder mit Karte?“

Foto: Amanda Pike-Russel

Kategorien: immer wieder mal
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