Genickstarre

Genug gehaselnusst

Februar 9, 2008 · 7 Kommentare

378791040_5e8f5c18d9.jpgUm mit vorschnellen Schlüssen von vornherein aufzuräumen: Ich bin echt kein Kaffee-Fundi und trinke auch mal die Brühe aus dem Uni-Automaten.

Aber gestern bin ich wieder einmal in den Genuß vollendeter Kaffee-Kultur gekommen. Tatsächlich war sie voll am Ende. Haha. Ich hasse Starbucks.

Früher haben mich diese vollverglasten Franchise-Läden mit dem grünen Markenzeichen magisch angezogen.

Jedes Mal, wenn ich Witz-Großstadtmädchen in eine echte Großstadt gekommen bin, hat mich eine klischeehaft imaginäre Nebelhand gepackt und mich nicht wieder losgelassen, bis ich einen Grande Irgendwas mit Nüssen und Caramel schlürfte und um fünf Euro ärmer war.

Inzwischen sollte ich es besser wissen. Und trotzdem tappe ich immer wieder in die Falle.

Erstmal mag ich diese Selbstbedienungskultur nicht mehr so gern wie früher. Wenn man mal etwas später zu einer Verabredung kommt, sitzt der andere blöd am Tisch und darf warten, bis man es endlich geschafft hat, eine dieser Kaffeekreaturen in der Monstertasse zu ergattern. Das nervt.

Starbucks erinnert überhaupt auch kalorientabellarisch an die großen Fastfoodketten. Wer einen Frappuchino mit 800 Kalorieen schlürft, sollte nicht mit dem Finger auf Burger verschlingende extra-large Familien zeigen. Aber es gibt jetzt ja auch Skinny Starbucks. Toll.

Dann hasse ich auch die Namen der verschiedenen Heiß- und Kaltgetränke, die da angeboten werden. Starbucks tut furchtbar italienisch. Ist es aber nicht. Ein Tee, der Tazo® Iced Chai Tea Latte heißt, wird nie über meine Lippen kommen.

Und warum fragt ihr mich nach meinem Vornamen und brüllt ihn dann in voller Lautstärke durch das ganze Café? „Einmal Grande Wait Tschockolat Frappuchino no wippp für genickstarre bitte.“

Der Nachteil der pseudo-italienisch-amerikanischen Namensgebung und Personalpolitik: Außer in London, war ich noch nie in einem Starbucks, in dem die „Barista“ wenigstens die Hälfte der eigenen Kaffeekreaturen aussprechen konnte.

Ich hasse Starbucks. Und teuer ist es da auch.

„Äh ja, einen Grande Expressotschino häselnat froßen wippped white tschockolät crieme, bitte. Tu go. Gratziä.“

Foto: Scott Beale / Laughing Squid, laughingsquid.com.

Kategorien: gehirnschwund · gesehen und gehasst · immer wieder mal · umgeschaut
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