Genickstarre

Beiträge vom März 2008

Wie man es schreibt…

März 24, 2008 · 3 Kommentare

„Wie spricht man youtube aus“ fragte sich einer der hochgeschätzten Besucher meines Blogs. Eigentlich fragte er ja google.

Ist immer wieder amüsant, wie die Leute die google Suche benutzen. Denken wohl, da sitzt ein kleines weißhaariges Männchen, das einfach furchtbar weise ist und ihnen in sekundenschnelle die Antwort auf stupide Fragen wie „Wo finde ich einen Installateur in der Umgebung Mühlhausen?“ liefern kann.

Naja, Gott sei Dank bin ich so ein weißhaariges kleines Männchen und kann die Lösung für das YouTube-Problem hier veröffentlichen: Ju Tjub. Keine Ahnung, ob das lautschrifttechnisch korrekt ist. Fragen wir mal google: „Was ist die Lautschrift für YouTube?“

Kategorien: Die Googlebaren · YouTube
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Das Regal, die Wand.

März 15, 2008 · 4 Kommentare

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Ein zerschlitzter Fuß. Ein kaputtes Expresso-Kännchen. Ein zerschlagenes Ikea Chinaporzellan. Eine frische Flasche Olivenöl. Eine Flasche billiger Rotwein. Ein Fläschchen noch billigeren Kochweins. Oregano für drei Euro. Ein gefühltes Kilo Curry. Ein Fläschchen mit chinesischer Schleimsoße. Ein Regal.

Das ist die traurige Opferbilanz des gestrigen Abends. Ich zähle das Regal zu den Opfern, wenn es auch gleichzeitig Täter ist. Gestern hat es sich ohne Vorwarnung einfach von der Wand getrennt, mit der es eigentlich für immer hätte verbunden bleiben sollen. Zumindest bis zum nächsten Umzug.

Aber es wollte nicht und entschied sich lieber dafür, mir fast auf den Kopf zu fallen und alles inklusive Toaster, Salatschleuder, Gewürzkiste, verschiedenste Flaschen mit Balsamico, Öl und alkoholischen, Pfeffermühle, Tees, Nudeln und sonstigem Küchen-Kleinkram mit sich zu reißen. Die Belastung war wohl zu groß.

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Ironischerweise war es wahrscheinlich die frische Flasche Olivenöl, die J. gerade noch dazu gestellt hatte und die sich später gnadenlos in der halben Küche ausbreiten sollte. Sie war es, die der Regal-Wand Beziehung den Rest gab.

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So richtig verletzt wurde niemand. Nur mein Fuß, den ich trotz Flip-Flops an einem Stück chinesischen Löffel aufgeschlitzt habe. Und natürlich mein Urvertrauen in Wanddübel mit 8 Zentimeter Länge. Und mein Liebes-Verhältnis zu Curry.

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Hiermit möchte ich mich auch bei unseren Nachbarn entschuldigen. Sollten Sie gestern ein lautes, hysterisches Lachen aus unserer Wohung vernommen und sich Sorgen über unseren Gesundheitszustand gemacht haben: Mir wäre nur fast ein Regal auf den Kopf gefallen. Ansonsten alles wie immer. Kein Grund zur Beunruhigung.

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Kategorien: immer wieder mal
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Spitze Spatzen

März 10, 2008 · Kommentar schreiben

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Damit ihr nicht glaubt, bei mir ginge es nur um die oberflächlichen Vergnüglichkeiten der Filmindustrie. Nein, ich kann auch tiefgggrrründiggg:

Ich stehe in einem Park, die Dämmerung bricht herein (warum eine Dämmerung bricht und nicht einfach kommt, ist mir übrigens ein Rätsel). Eine unglaublich riesige Vogelschar siedelt sich in den dünnen Ästen der verschiedenen Parkbäume an. Ich denke mir: „Das sieht aus, wie tausende Blattläuse auf einem Blatt, oder wenn diese Millionen Schmetterlinge einmal im Jahr in diesem einen Wald in den Bäumen hängen, oder eine Ansammlung von Fledermäusen…“ Naja, ich will es also fotografieren und stelle mich drunter. „Plllpfff“. Scheiße auf meinem Mantelarm. Ein fetter Tropfen Vogelscheiße. Ich finde das Weiße an der Scheiße übrigens viel ekliger, als den braunen Teil in der Mitte.

Naja, jedenfalls stehe ich da und denke mir: Warum gerade ich?

Menschen sind echt zu blöd. Da stellt sich eine unter einen Baum in dem geschätzte dreihundert Vögel sitzen und wird angekackt. Na logisch!

Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich mal meinen Mantel sauber machen sollte. Den ich nämlich beim Abwischen an einem Baum noch dazu mit grünem Moos versaut habe. Das Land dessen Flagge schwarz-weiß-braun-moosgrün ist, darf sich über eine Werbeträgerin freuen.

 Foto: ChazWags

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Charakterschwächen

März 10, 2008 · 2 Kommentare

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Vorgestern habe ich mir den oscar-gepushten Indie-Film Juno angesehen. Schauspielerisch hat es bei Ellen Page an manchen Stellen ein wenig gehapert. Jaaa, ich weiß, sie war für den Oscar nominiert und so. Wer jetzt denkt, er hat mich: Nein, natürlich habe ich mir den Film in der Originalverision angesehen.

Insgesamt war der Film aber äußerst berührend und hat den Oscar für das beste Original-Drehbuch schon verdient, wie ich finde. Sauberer Schnitt, schöne Farben, brave aber gute Kamera, tolle Musikauswahl (danke für Belle&Sebastian) und ein hinreißender Michael Cera taten das Übrige zu einem gelungenen Kinoabend. Hab schon lang nicht mehr so geheult bei einem Film, aber das liegt wohl am Wetter. Wirklich traurig ist Juno nämlich gar nicht.

Was mich aber zunehmend ärgert: Product Placement.

Leute, Product Placement ist KEIN ERSATZ für eine gute Charakterisierung. Bei dem inflationären Gebrauch von Apple-Placement frage ich mich inzwischen immer, ob Steve Jobs eigentlich euch einen Gefallen tut, wenn ihr seine Macs und iPods in euren Filmen verwenden dürft.

Ein MacBook Pro oder iMac in der Wohnung des Protagonisten ist für mich inzwischen zum absoluten Warnsignal geworden: Achtung, da war keine Zeit, die Charaktere sauber auszuarbeiten. Die werden nämlich vielleicht für peinliche Apple-Fundis beeindruckender, bleiben ansonsten aber leider flach und kalt.

Ist euch schon mal in den Sinn gekommen, dass man eine Person nicht nur über Produkte charakterisieren kann? Was ist denn das bitte für eine Aussage: Der hat eine Verpackung (!) der WMF 1 in seinem Hobbyraum stehen, der muss ja ein cooler Musiker sein???

Tut mir leid, aber da lege ich doch mehr wert auf gute Dialoge, gezieltes Kostüm und natürlich Setdesign. Aber auch ein sündteuerer Couchtisch wird mir zwar sagen: „Oh, der ist reich.“ Sympathie werde ich deswegen aber kaum für den Charakter entwickeln. Es ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die einen Filmhelden ausmachen, genau wie im richtigen Leben.
Daher war für mich bei Juno die Filmfigur Paul Bleeker am besten ausgearbeitet und hat mich am meisten berührt. Obwohl der lächerliche Hosen trägt und süchtig nach orangen TicTacs ist. Aber diesem Stottern kann doch keiner widerstehen. Mehr von Cera gibt es bei Arrested Development zu sehen, wo auch Jason Bateman die Hauptrolle hat.

Aber seht euch erst mal Juno an.

Foto: Steve Rhodes 

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