Mach einer wird es beim Lesen gemerkt haben: Ich schreibe privat gerne mal vulgär. In meinem Blog darf ich das. Dafür brauche ich nicht mal eine Maske und muss auch keine Musikvideos drehen, in dem sich hinter/unter/auf mir in Leder gekleidete Freudenmädchen räkeln.
Wenn mich äußere Umstände zwingen, spreche ich aber auch…na ja, sagen wir mal…etwas gröber.
Unsere gestrigen Ticketprobleme waren solche äußeren Umstände. Äußerste Umstände sogar. Da ist mir dann in der Bahn doch noch rausgerutscht, was ich mir schon die ganze Zeit dachte: „Uns hat das Leben wieder mal so richtig in den Arsch gefickt.“
Ich schreibe das hier so unzensiert, damit sich der geneigte Leser eine Vorstellung machen kann, von der grobschlächtigen Gröbe meiner groben Sprache.
Welche Wirkung das auf die ältere Dame mit Hermes Halstuch am Viererplatz nebenan hatte, brauche ich wohl nicht zu erwähnen. Egal. Wenn genug ist, ist genug.
Jedenfalls lässt mich das an meine, Gott sei Dank ach so weit entfernte, Jugendzeit denken. Damals gab ich wohl keinen Satz von mir, in dem nicht wenigstens ein beherztes F!ck oder verf!ckt vorgekomen sind. Und alles, nur um zu provozieren. Wie lächerlich. Würde ich heute nicht mehr machen.
Auch, wenn sich damit gutes Geld verdienen ließe. Man denke nur an all die Pornorapper, die bei ausverkauften Konzerten schon die Zwölfährigen begeistern.
Vulgär ist ja eigentlich immer noch très chic. Wenn ich mir überlege, dass ich bei der TAZ erst vor kurzem einen Satz gelesen habe, der ungefähr so lautete: (…)darf man wieder nach Lust und Laune VÖGELN(…). Man braucht sich gar nicht zu fragen, ob so etwas bei einer FAZ jemals (in den feuchten Träumen eines blutjungen Feuilleton-Redakteurs vielleicht) vorkommen würde/könnte/dürfte.
Ich bin mir aber nicht sicher, was ich lächerlicher finde: Den übermäßigen Gebrauch von Fremdwörtern, die man zwei Monate nach der Veröffentlichung des Artikels selber schon wieder nachschlagen müsste? Oder diesen betont rotzigen Gebrauch von semi-demi-akzeptierten Vulgärismen?
Ich glaub, ich schau mir jetzt „Die Vögel“ an. Keine Ahnung, wie ich darauf komme.






